

Ein ereignisreiches Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Ob Kunst oder Kelten, Fastnacht oder Nikolaus: Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unseren Angeboten in den vergangenen Monaten und freuen uns darauf, Sie auch in 2019 bei uns begrüßen zu dürfen. Eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr wünschen Ihnen die Städtischen Museen Villingen-Schwenningen.

Das Franziskanermuseum und die Historische Narrozunft Villingen e.V. eröffnen die diesjährige Sonderausstellung. Seit jeher werden politische Ereignisse in der Fastnacht kommentiert. Bekanntlich hat der Narr ein Rügerecht. Ungestraft darf er alles sagen, was ihm 'auf der Zunge' oder 'am Herzen' liegt. Die Welt der Figuren von Ingeborg Jaag ist eigentlich der Zeitgeschichte enthoben. Mit der 'Schlüsselübergabe' in 2019 wird erstmals explizit ein aktuelles Thema aufgenommen, allerdings humorvoll und nicht ohne Hintersinn.
Begrüßung:
Dr. Anita Auer, Museumsleiterin
Anselm Säger, 1. Zunftmeister der Historischen Narrozunft Villingen e.V.
Einführung:
Ina Sahl, Diplom-Restauratorin

In der Führung erfahren die Kinder und gerne auch ihre Eltern oder Großeltern auf spielerische Weise mehr zum Ursprung des Fastnachtsbrauchtums und zu seiner Bedeutung. Die einzelnen Attribute und Motive wie Fuchsschwanz und Kragen, Eselskopf und Stroh werden altersgemäß erläutert und zusätzlich in klein in der Ausstellung der Fastnachtsfiguren von Ingeborg Jaag betrachtet. Nach der Museumstour besteht noch die Möglichkeit einer kleinen Bastelaktion.

Noch bevor es in den Gassen und Stuben mit der Villinger Fastnacht losgeht, kann man bei dieser närrischen Führung Geschichte und Geschichten in der Fastnachtsabteilung und in der Sonderausstellung 'Schlüsselübergabe. Die Figuren von Ingeborg Jaag' sehen und hören. Gunther Schwarz, der für seine Auftritte bei der Kneipenfastnacht bekannt ist, weckt bei den Besucherinnen und Besuchern die Vorfreude auf das große Ereignis.

Dr. Michael Hütt geht bei seiner Kombi-Führung durch die beiden Schwenninger Museen auf die Suche nach der Zeit. Das Heimat- und Uhrenmuseum bietet dabei verblüffenderweise vor allem Einblicke in Zeitstrukturen, in der die Uhr keine große Rolle spielte, obwohl vor Ort jede Menge davon hergestellt wurden. Im Uhrenindustriemuseum zeigt sich dann, wie Schwenningen als "größte Uhrenstadt der Welt“ den Takt der Industriegesellschaft angab. Die ständige Beschleunigung von Arbeit und Alltag, Mobilität und Kommunikation ist eine der prägenden Grunderfahrungen modernen Lebens. Höchste Zeit, sich im Rahmen der Führung einmal bewusst zu machen, wie Zeitstrukturen die Gesellschaft bestimmen.

Siegfried Heinzmann befasst sich in seinem Vortrag mit dem Weg des armen Dorfes Schwenningen zur "größten Uhrenstadt der Welt". Dieser Weg war herb und mit Rückschlägen gepflastert. Dass es Schwenningen geschafft hat, in der württembergischen und Schwarzwälder Uhrenproduktion eine so namhafte Rolle zu spielen, hat es nicht zuletzt einem freiheitlich gesinnten, standhaften Unternehmertum zu verdanken, aber ebenso einer fleißigen Arbeiterschaft, darunter vor allem den Frauen. Begünstigend wirkte hier auch die protestantische Ethik in ihrer pietistisch geprägten Ausformung.